Post 3 von 5 der Serie „Nachhaltigkeit und Resilienz in Supply Chains“ – Teil des 4flow Trendmonitors

Betroffene Industrien: Primär B2B, vor allem Hersteller mit globalen Wertschöpfungsnetzwerken, aber auch einige B2C, primär solche, die in E-Commerce mit steigenden grenzüberschreitenden Verkäufen involviert sind

Betroffene Supply-Chain-Segmente: Alle Segmente, vor allem Full Truckload (FTL), Less-than Truckload (LT) und Kurier-, Express und Paketdienstleistungen (CEP)

Was sind Reshoring und Nearshoring?

Reshoring ist die Rückverlagerung von Produktionsstätten in das Land, in dem sie ursprünglich angesiedelt waren. Im Rahmen von Nearshoring dagegen wird ein Betriebsprozess in ein nahegelegenes Land gebracht – häufig mit günstigen Handelsbedingungen für das Basisland. In der EU sind Nearshoring-Aktivitäten üblich, wobei häufig Investments in osteuropäische Länder getätigt werden. Unternehmen profitieren dabei von gemeinsamen Rechts- und Marktbedingungen, wenn sie Waren und Lieferungen über innereuropäische Grenzen hinweg transportieren. Sowohl Reshoring als auch Nearshoring zielen darauf ab, die hohen Risiken und Kosten zu bekämpfen, die mit langen Transportwegen und grenzüberschreitendem Handel verbunden sind.

Was ist Multisourcing?

Multisourcing ist die Verteilung des Bezugs essenzieller Materialien und Dienstleistungen. Es handelt sich um einen strategischen Ansatz zur Vermeidung einer Abhängigkeit von nur einem oder wenigen Lieferanten ähnlich wie bei der regionalen Diversifikation. In diesem Sinne kann Multisourcing als Taktik verstanden werden, die Resilienz der Supply Chain zu verbessern, da diese Einkaufsstrategie das Risiko lokaler Störungen vorbeugt – wie zum Beispiel politische Unruhen oder Naturkatastrophen, aber auch Lieferanten-spezifische Vorkommnisse wie Insolvenz.

Warum sollte mein Unternehmen Reshoring oder Multisourcing in Betracht ziehen?

Diese Praktiken sind für Unternehmen der Logistikbranche zunehmend attraktiv, da Ereignisse höherer Gewalt immer häufiger aufzutreten scheinen – wie unerwartete Handelszölle, Wirbelstürme, Streiks und Pandemien. Darüber hinaus spielen Regierungen weltweit eine aktive Rolle bei der Anwerbung ausländischer Unternehmen und Investitionen und fördern gleichzeitig die inländische Wirtschaft. Unternehmen haben begonnen, die regionale Diversifizierung der Produktion in Betracht zu ziehen, da die Resilienz neben den Märkten und den Kosten selbst zu einem Schlüsselfaktor für die Entscheidungsfindung wird.

Dem Trend voraus

In Anbetracht dieses Trends sollten Unternehmen herausfinden, wie sie ihre globalen Supply Chains hinsichtlich langfristigen Mehrwerts maximieren können. Das meint nicht nur die Gewinnerzielung, sondern auch die Balance zwischen Nachhaltigkeit und Resilienz. Wie können Sie das Risiko in der gesamten Supply Chain am deutlichsten verringern?

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